Die Geschichte des RV Opel 1888 Rüsselsheim [10]

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Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg
Mit dem 2. Weltkrieg wurde alle Vereinsarbeit zunichte gemacht. Die Trainingshallen, das Maschinenmaterial, die beiden Banner von 1888 und 1903 sowie der Trophäen-Schrank gingen durch Bombeneinwirkung und Kriegswirren verloren. Nach dem Kriege wurde dem Verein von der Militärregierung jegliche Tätigkeit untersagt, so daß einige Radballspieler zum Nachbarverein R. V. Wanderlust "Solidarität" wechselten.
Am 11. März 1950 rief der ehemalige 1. Vorsitzende Jakob Jung die übriggebliebenen Mitglieder des Radfahrer-Vereins "Opel" 1888 zusammen, um im "Chausseehaus" den alten Verein wieder ins Leben zu rufen. Mit dem verbliebenen "Rest" an Deutschen Meistern kam wieder Bewegung in den Radfahrer-Verein, und eine unentwegte, aufstrebende Trainingsarbeit setzte ein. Noch im gleichen Jahr fielen wieder zahlreiche Preise an den Radfahrer-Verein „Opel" 1888.
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2er Hallenradball in den 50er Jahren: Karl Rothengatter
im Zweikampf um den Ball.
Auch das gesellige Vereinsleben wurde wieder gepflegt. Der zahlreiche Besuch der Mitglieder und Gäste bei allen festlichen Veranstaltungen ist der trefflichste Beweis für die Beliebtheit des Vereins und seiner geselligen Darbietungen.
1963 beging der Radfahrer-Verein "Opel" 1888 am 18. und 19. Oktober das 75 jährige Vereinsjubiläum mit einer akademischen Feier im Hotel Adler und am darauffolgenden Tag mit einem großen Sportprogramm, welches aus Kunstfahren und Radball bestand.
Die Vereinsarbeit in der Nachkriegszeit trug schnell Früchte. Gleich im ersten Jahr des Neubeginns wurde im Radball der Städte-Vergleichskampf Frankfurt-Wetzlar-Rüsselsheim gewonnen, Mannschaften aus Belgien, Frankreich, Dänemark wurden von den Radballpaaren Theo Poth - Wilhelm Stiehl, Hans Eith - Karl Rothengatter und Theo Poth - Karl Rothengatter besiegt. Bei den Deutschen Meisterschaften 1950 im 2er Radball belegte der Radfahrer-Verein "Opel" 1888 unter 40 Teilnehmern den 8. Platz.
Einen ungeahnten Aufschwung nahm der Saalsport in den folgenden Jahren. 1951/52 beendeten Hans Pfeifer - Heinrich Berkau die 2er Radball-Rundenspiele ungeschlagen. Die gleichen Spieler gewannen den Taunuspreis und wurden Bezirksmeister in der Kreisklasse.
Auch 1953 spielten Karl Rothengatter - Heinrich Berkau erfolgreich zusammen und wurden u. a. in Speyer, Bischofsheim und Essenhain 1. Sieger. Den Hessenpokal gewannen die beiden ebenso und belegten bei der Deutschen Meisterschaft sogar den 5. Platz.
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Radballturnier der Klasse "B"
in der Flörsheimer Turnhalle
R.V. Opel 1888 Rüsselsheim gegen V.C. Darmstadt
1956, als das Radballspiel aus unserem Programm der Saalsportfeste nicht mehr wegzudenken war, bildete sich ein neues Radballpaar: Hans Wagner - Heinrich Berkau. Beide gehörten der Radball-Oberliga an und gewannen u. a. den goldenen Kurstadt-Pokal, die Vorentscheidung zur Hessenmeisterschaft und wurden schließlich Westdeutscher Meister.
In den folgenden Jahren heftete der Radfahrer-Verein "Opel" 1888 viele Siege und gute Plätze an seine Fahne. 1962 wurden die Spieler Günther Voigt - Werner Martin Meister der Bezirksklasse und im gleichen Jahr Vize- Hessenmeister. Auch im Jubiläumsjahr 1963 rissen die Erfolge nicht ab. Heinrich Berkau - Günther Voigt schafften den Aufstieg in die Oberliga, und die beiden Oberligaspieler Gustav Schreiber - Heinz Daum belegten bei der Hessenmeisterschaft den 3. Platz. Das 6er Rasenradballspiel, mit dem der Radfahrer- Verein "Opel" seine größten Erfolge in der Vergangenheit erzielte, wurde 1954 wieder aufgenommen.
Es wurden in diesem Jahr u. a. die Rundenspiele des Bezirks Darmstadt, ein Turnier in Speyer, der Preis vom Saarland und der Städtekampf Saarbrücken - Hamburg - Lauterbach - Rüsselsheim als Sieger beendet. Den größten Triumpf erzielte die 6er Rasenradballmannschaft, als sie 1961und 1965 zum zweiten und dritten Mal in der Geschichte des Vereins die Deutsche Meisterschaft erkämpfte. Gustav Schreiber, Heinz Daum und Heinz Sauer spielten zu dieser Zeit in der Nationalmannschaft.
Als Jubiläumsgeschenk sollte 1963 die 3. Deutsche Meisterschaft errungen werden, was aber mit etwas Pech mißlang. So reichte es "nur" zur Vize-Meisterschaft, die aber im Hinblick auf die damals formbeständige Leistung als Erfolg gewertet werden kann.
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Deutsche Meister 1961
(von links):
W. Stiehl, G. Voigt, H. Daum,
H. Berkau, G. Schreiber,
H. Sauer
1952/53 wurde das Damen-Radpolospiel wieder in das Sportprogramm aufgenommen, und es wurden auch gleich beachtliche Plätze belegt. Bei den Bezirksmeisterschaften der Jugend errangen 1953 die Radpolopaare Christa Lerch - Ruth Schildge den 1., Renate Rinkes - Helga Fleischmann den 2. Platz. 1955 belegten Karola Sand - Helga Balestrerie bei den Hessenmeisterschaften den 3. Platz.
Unter der Leitung des Kunstfahrwartes Fritz Kissinger etablierte sich auch das Kunstfahren wieder im Radfahrer-Verein "Opel" 1888. Er war auch der Schöpfer unserer erfolgreichen Zweier- und Dreier- Kunstfahrertruppe. Schon nach geraumer Zeit konnte man aufgrund eines eisernen Trainings an Wettbewerben teilnehmen und beachtliche Plätze belegen. Im Einer-Kunstfahren wurde Norbert Kissinger Bezirksmeister, während sein Bruder Werner in der Schülerklasse den 2. Platz erringen konnte. Beide wurden in späteren Jahren noch mehrmals Bezirksmeister des Bezirks Darmstadt.
Der Straßenrennsport, vor dem Kriege noch sehr gepflegt, wurde 1962 unter der Leitung von Edgar Strobel wieder in das Programm des Radfahrer-Vereins "Opel" 1888 aufgenommen. Leider verschwand diese Sportart bereits 1965 wieder. In dieser kurzen Zeit nahmen die rennsportbegeisterten Mitglieder an verschiedenen Veranstaltungen teil, etwa an den Rundstreckenrennen in Dieburg und Mainstadt und dem Großen Preis von Gießen.
1963 belegt die Straßenrennmannschaft Jürgen Steller, Wolfgang Leicher, Bernd Scherneck und Karl Heinz Mertke beim 4er Mannschaftsfahren um die Hessenmeisterschaft den 4. Platz, und Karl Heinz Mertke sicherte sich 1964 im Straßenrennen in Darmstadt den Bezirksmeistertitel.

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