Berichte der "Historischen Fahrräder" 2011

Letzte Aktualisierung 21.12.2016

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Oktober 2011

RV Opel 1888 bei der Motorcity Opel Show

Text: Alfred Preuhsler

Zum 3. Mal in Folge wurden wir auch dieses Jahr von Steffen Jobst zu dieser Oldtimer Ausstellung im K-48 im Opel Werk eingeladen.

Obwohl es sich eigentlich um ein Treffen von historischen Opel-Automobilen handelt, war wohl die Idee von Steffen uns mit unseren historischen Opel-Fahrrädern zur Auflockerung ins Programm mit auf zu nehmen.

Wir nahmen die Einladung gerne an, um die Gelegenheit zu nutzen unseren Verein bekannt und auch Werbung für kommende Veranstaltungen – wie z.B. die RETROPEDAL (3. Juni 2012) – zu machen.

Bei der Gestaltung unserer Ausstellungsfläche standen also in erster Linie Fahrräder unserer Vereinsmitglieder und Bildberichte unserer Vereinsaktivitäten auf Schautafeln im Vordergrund.

Letztes Jahr hatten wir mehrere Hochräder und den verbogenen Opel Renn-Flitzer von Gerd Jajschik, mit dem er 2010 die EROICA mitgefahren war, ausgestellt und verschiedene Schautafeln präsentiert. Besonders die Hochräder waren wieder der Renner und es gab so manchen Besucher der mal schnell einen kleinen Proberitt wagen wollte.

Dieses Jahr stand nun die Darstellung des RVO unter dem Motto "Rennräder gestern bis heute".

Wieder konnten ich Gerd Jajschik gewinnen seine wohl vereinsältesten Rennräder mit zu bringen.

Ein OPEL Luxus Halbrenner von 1903 / 14,5 kg und ein Opel Sieger Wien Berlin von 1908 / 15kg – beide mit starrer übersetzung. Beide unrestauriert und in wirklich gutem Zustand

Als besonderes Highlight stellte uns die Fa Opel aus dem werkseigenen Museum ein ZR3 Weltrekordrad zur Verfügung.

Mit diesem wurde am 29. September 1928 bei Paris ein Geschwindigkeits–Weltrekord von knapp 123 km/h aufgestellt.

Besonderes Merkmal dieses Rades :

Ein kleines Vorderrad mit rückwärts stehender Gabel und ein riesiges Kettenblatt mit einer übersetzung von 46 zu 6 Zähnen !!
Dagegen konnten die 2 anderen moderneren Räder fast nicht anstinken...

Ein wunderschönes Pinarello mit vergoldetem Rahmen aus 1984 und 11,5 kg leicht.

Und ein weißes Aeolus aus 2007 mit Karbon-Rahmen nur 7,9 kg leicht ... beide Renner aus dem Bestand der Rennrad–Abteilung.

Abgerundet wurde unsere Ausstellung durch Bilderreihen von unseren Erlebnissen bei der Eroica 2010 in der Toskana , bei Opel Klassik an den Opelvillen und der Etappenfahrt der Rennradler nach Evreux im August 2010.

Es wurde ein langer Tag ! Bereits um 8:30 trafen wir uns in der noch fast leeren Halle und hatten innerhalb kurzer Zeit alles aufgestellt.

Auf einem Bistro- Tisch lagen neue Flyer der Retropedal 2012 und Prospekte unseres Vereines bereit. Abgerundet wurde das Ganze durch 2 Sitzgarnituren, die den ganzen Tag mit Besucher und Vereinsmitglieder belegt waren. Es wurde wieder viel diskutiert und interessante Informationen ausgetauscht.

Hatte doch Ralf Wagner eine originale Opel-Klingel mitgebracht, die noch keiner kannte und er noch dazu zu einem Spottpreis erstanden hatte. So manch einer platzte fast vor Neid.

Sogar unser Vereinskollege aus Luxemburg Jean Marc ließ es sich nehmen vorbei zu schauen!

Doch leider kamen diesmal weniger Aussteller und Teilnehmer, so bleib der Besucheransturm diesmal insgesamt total aus und es war schon zeitweise recht ruhig in der Halle...

Daher nutzten wir die Gelegenheit und nahmen an einer Führung durch das Opel–Museum teil.

Ist echt zu empfehlen! Ich habe bei dem Gang durch die Reihen der Opelfahrzeuge plötzlich feststellen müssen "du bist ja selbst schon Teil der Opel – Geschichte!" Da stehen Fahrzeuge aus den 70, 80ern, an denen ich selbst schon mitentwickelt habe. Damals noch in der PEK in der Motorkonstruktion als Konstrukteur für Auspuff und Tank...

Es war ein langer Tag, aber kein verlorener Tag!

Wir gaben unser Bestes, doch gegen 18:00 war dann endgültig Schluss und jeder begab sich hundemüde auf den Heimweg.

Alfred Preuhsler, Fachwart Historische Fahrräder

Oktober 2011

RV Opel 1888 Herbstausfahrt 2011 nach Leeheim am Rhein

Text und Fotos: Alfred Preuhsler

Anfang 2011 hatte ich schon eine Herbstausfahrt im Oktober, als Jahresabschluss geplant. Vor einigen Wochen nun informierte mich Klaus Flunkert, dass uns unser Vereinskollege Udo Kühnel gern einladen würde um uns sein frisch geschaffenes kleines Museum zu zeigen. Ein weiterer Anlass wäre die Leeheimer Kerb, bei der die Hochradler eingeladen seien, um am Umzug teil zu nehmen.

Da kam mir die Idee doch die Herbstausfahrt, den Festumzug zur Leeheimer Kerb und einen Museumsbesuch miteinander zu verbinden. So wurde kurzerhand eine Radtour ausgearbeitet mit dem Ziel Leeheim.

:: Für mehr Bilder von der Herbstausfahrt 2011 bitte das Bild anklicken.

Laut Udo sollten wir uns um 13:00 Uhr in den Umzug einreihen und wenn wir so gegen 10:00 Uhr in Königstädten losfahren würden, hätten wir sogar noch etwas Zeit um seine Werkstatt und sein Museum in Augenschein zu nehmen.

Am Sonntag, den 16. Oktober, 9:30 Uhr war ich vor Ort und war gespannt wer alles mitmachen würde. Es war ein toller Tag - herrlicher Sonnenschein, blauer Himmel, aber saukalt. So nach und nach trafen Radler aus aus allen Regionen ein. Sogar aus dem fernen Bad Honnef und auch aus Luxemburg hatten sich Teilnehmer angesagt. Leider hatte Jean Marc aus Luxemburg einen Stau und verspätete sich etwas, so ging's dann um ca. 10:30 Uhr endlich los.

Morgens um 9:30 Uhr

Die "Luxemburger"

über die Felder auf gut ausgebauten Fahrradwegen ging es Richtung Astheim und weiter bis an den Rheindamm. Hier führte uns dann der Radweg immer am Damm entlang bis nach Leeheim. Herrliche Herbststimmung, bunt gefärbte Bäume und die Sonne wärmte uns endlich die klammen Finger – ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Nach einigen Kilometern wurde mir bewusst, dass ich meinen Sattel immer noch nicht repariert hatte. Das Leder ist schon so durchgesessen, sodass ich auf dem harten Sattelgestänge saß.... na ja, da mußte ich jetzt durch!!

Durchs hessische Ried nach Leeheim

In Leeheim angekommen, erwartete uns bei Kühnel's bereits ein toll gedeckter Tisch, heiße Suppe und Fleischwurst. So gestärkt machten wir dann einen "Rundgang" durch Udo's Werkstatt und Museum. Udo sammelt natürlich - wie könnte es anders sein - alles rund um OPEL.
Sein Vitrinen quellen förmlich über mit seltenen Exemplaren aller Art. Seine große Begeisterung hat er allerdings im Bau von Hochrädern entdeckt. Und was er da so auf die Beine stellt, ist schon sehr erstaunlich. Manchmal frage ich mich wirklich wo er all die Zeit und Energie hernimmt...

In Leeheim angekommen

Die Gastgeber

Natürlich ist er schon wieder an einem neuen Projekt dran – ein Hochrad aus Amerika mit einer ganz besonderen Bauart – man darf gespannt sein!!

Nun wurde es Zeit für den Umzug der Kerbejugend. Nach wenigen 100 Meter hatten wir den Zug erreicht und reihten uns an letzter Stelle ein. Da der Zug nur sehr langsam voran kam, war es etwas mühsam und meist schoben wir unsere Räder. Dann plötzlich stand der Zug still und sämtliche Wagenbesatzungen waren verschwunden!!

Passionierte Hochradfahrer

Der Leeheimer Kerbeumzug

Wir blickten nicht durch was da jetzt passiert. Dann wurden wir von Udo aufgeklärt, dass an jeder Kreuzung die Kerbejugend ihre Sprüche aufsagen und erst danach es wieder weiter gehen würde.
Na ja, nach 2 Kreuzungen haben wir uns dann still und heimlich ausgeklinkt und uns lieber in Udo's Keller verzogen, wo wir uns am hervorragenden Kuchen von Kerstin und Michael erfreuen konnten.

Udo's Werkstatt

Abschluss

Gegen 16:00 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Heimweg – wir hatten ja noch ca. 20 km Heimweg vor uns und alle waren sich einig: Ein toller Saisonabschluss, besser hätten wir es nicht treffen können.

Zum Foto-Album mit den Bilder von der Herbstausfahrt und dem Kerbeumzug in Leeheim :: Foto-Album Herbstausfahrt 2011

Alfred Preuhsler, Fachwart Historische Fahrräder

Juli 2011

Der RV Opel auf dem Hessentag 2011 in Oberursel

Text: Alfred Preuhsler / Bilder: privat

Schon im Dezember 2010 informierte mich Klaus Flunkert, unser Spezialist für Hochräder darüber, dass wir im Juni 2011 zum Hessentag nach Oberursel eingeladen sind. Man wollte einen tollen Umzug mit Motivwagen und Trachtengruppen veranstalten und wir sollten Rüsselsheim und Opel mit unseren historischen Rädern vertreten.

Am Sonntag den 19. Juni war es dann so weit. Morgens um 9:00 Uhr trafen wir uns in Königstädten, die Hoch- und Niederräder waren schon in einem riesigen Movano verstaut. Um 9:30 Uhr ging's los - Hans Cander mit Frau und ich fuhren mit einem Vivaro hinter her.

:: Für mehr Bilder vom Hessentag bitte das Bild anklicken.

In Oberursel angekommen empfing uns nicht gerade ein tolles Wetter. Vom Feldberg kamen dicke schwarze Wolken und ließen nichts Gutes ahnen. Auf einer großen Wiese konnten wir parken und erkundeten erst mal die Ausstellung auf der sich alle wichtigen Regionen von Hessen präsentierten.

Dunkle Wolken über dem Feldberg

Dann endlich, so gegen 12:30 Uhr ging's mit den Rädern in die Innenstadt, wo die Aufstellung für den Festumzug stattfinden sollte. Dort angekommen fanden wir heraus, dass der Zug sich entlang der Königsteiner Straße aus Oberursel heraus Aufstellung nehmen sollte. Wir hatten die Zug Nr. 92 und dieser Aufstellungsort befand sich oben auf der Kuppe vor dem Sportplatz. Skeptisch wurde die Steigung von unten beäugt, es ging sehr steil nach oben und die Hochradfahrer wollten sich das nicht antun - erst die schweren Räder hochschieben und dann ohne Bremse wieder runter!! Es wurde also beschlossen, dass ich als Vorhut nach oben strample und unseren Platz dort tapfer verteidige (leider fand sich kein weiterer Mitstreiter) - so kämpfte ich mich mit meinem Rad ohne Schaltung nach oben und nahm zwischen einem Astheimer Motivwagen und der Trachtengruppe "Trewwerer Drummler!!" - Aufstellung.

Etwas später kamen dann einige Hochradler, darunter auch Hochradfreunde aus Bayern, doch tatsächlich ..... den Buckel hochgeradelt - sie wurden mit großem Applaus begrüßt - und so hatte ich dann doch noch etwas Gesellschaft.

Hochradfahrer können auch Steigungen

Da stand ich nun, gefühlte 2 Stunden und wartete mit tausend anderen bis sich der Zug endlich in Bewegung setzt. Gegen 15:00 war's dann endlich so weit und nach einigen Minuten reihte sich der Rest unserer Truppe hinter mir ein... Der Weg durch die Innenstadt führte durch romantische Gassen und schöne Plätze und überall wo wir erschienen wurden wir mit Applaus und großer Bewunderung begrüßt.

Besonders von den Hochradfahrern war das Publikum angetan und staunten über die akrobatischen Einlagen unserer Hochradfahrer. Michael Kühnel unser jüngster Hochradler, macht inzwischen den alten Profis ganz schön Konkurrenz!!

Die Hochradfahrer im Festumzug

Nachwuchswerbung der Hochradfahrer

Vielen Kindern und manch Erwachsenem war anzusehen, dass sie es gern mal versuchen wollten, auf so einem Hochrad zu fahren- und nahmen dann das Angebot von unsern Hochradfahrern gerne an einen Versuch zu wagen.

Am Marktplatz wurden wir dann von einer Riesen Menschenmenge empfangen und als der Sprecher uns dann vorstellte wurden wir wieder mit viel Applaus bedacht und auch die Kameras des HR-Fernsehens nahm uns aufs Korn.

Nach ca. 1 Stunde war der Spektakel vorbei, wir hundemüde aber glücklich steuerten noch das Zelt des Hessischen Rundfunks an und stärkten uns bevor es wieder auf den Heimweg ging.

Abschluss im Zelt des Hessischen Rundfunk

Ein schönes Ereignis, auf dem wir stolz unsere alten Räder und den RVO 1888 präsentieren konnten und das Wetter war dann doch nicht so schlecht wie befürchtet.

Alfred Preuhsler, Fachwart Historische Fahrräder

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