Berichte der "Historischen Fahrräder" 2012

Letzte Aktualisierung 25.12.2016

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August 2012

RV Opel 1888 - Etappenfahrt nach Berlin

anlässlich 150 Jahre OPEL

Text: Alfred Preuhsler

Um es mal gleich vorweg zu nehmen - Berlin war eine Reise Wert und wird uns allen sehr lange im Gedächtnis bleiben.

Aber nun zur Vorgeschichte.

Nun, die letzten Tage der Vorbereitung für diese Fahrt waren extrem spannend. Die Frage wie transportieren wir das Quintuplet und die Räder hat uns einige Zeit sehr beschäftigt und einige Nerven gekostet. Hans unser Event-Manager hatte einen Transporter besorgt, das Quintuplet passte rein, aber wir hatten Bedenken ob ein 6 m langer Anhänger nicht etwas viel ist für einen Bus? Aber da alle anderen Lösungen an einem geeigneten Fahrzeug scheiterten, haben wir uns doch dafür entschieden und es ging wie sich auf unserer Fahrt herausstellte, problemlos!! Hans hatte auch noch Pappkartons von Fahrradhändlern besorgt und so konnten unsere historischen Räder sicher verpackt werden. Die 2 Hochräder vorne befestigt, das Quintuplet seitlich - Hans hatte sogar eigens Haken an die Bordwände geschraubt - 10 Räder in Kartons und der Hänger war voll. Für unsere RTF-Kollegen, die die Fahrt nach Berlin als Etappenfahrt mit ihren Rädern bewältigen wollten, hatte die Adam Opel AG wieder dankenswerter Weise einen langen Vivaro als Servicewagen zur Verfügung gestellt.

Am Samstag 18. August 2012 war es so weit:

Die Etappenfahrer starten pünktlich um 08:30 Uhr am Opel-Hauptportal zur ca. 580 km langen Tour nach Berlin.

Verabschiedung der Etappenfahrer am Opel-Hauptportal in Rüsselsheim durch Oberbürgermeister Patrick Burghardt.

Patrik Burghardt, der Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim gab den Startschuss und ab ging die Fahrt Richtung Berlin. Die Tour führte über Herbstein, Eisenach (Opelhändler-Schorr), Eisleben, Wittenberg (Opelhändler-Center Autohaus) bis Berlin-Mitte.

Die Etappenfahrer am Ortsschild von Potsdam und somit kurz vor dem Ziel Berlin.

Mittwoch 22. August

In Berlin wurden die Etappenfahrer mit großer Begeisterung von Frau Heidi Hetzer - Besitzerin des größten Opelhauses in Berlin - begrüßt.

Heidi Hetzer

Donnerstag 23. August

07:00 Uhr wir, ca. 35 Personen, warten auf unseren Bus - aber der kommt nicht!! Nach einer 1/2 Stunde taucht er dann doch noch auf. Große Aufregung - beim Rangieren mit dem riesen Hänger wurde ein Lichtkabel abgeklemmt und es gab kein Bremslicht! Doch Hans und der Busfahrer haben es irgendwie gelöst und so konnten wir also starten.

Es war eine relaxte Fahrt, zwischendrin an einem Rastplatz mit Weck, Worscht und Woi und die Stimmung war prächtig. Dann endlich Berlin - also ich musste den Busfahrer schon bewundern, wie der mit diesem langen Gefährt durch die sehr belebten Straßen steuerte. Ein tolles 4 Sterne Hotel hat uns aufgenommen und gleich danach genossen wir den ersten Abend in einer alten Berliner Kneipe mit Namen "Zum Dicken Engel" mit riesen Schnitzeln. Einige Teilnehmer besuchten am Abend das Musical "Hinterm Horizont" von Udo Lindenberg, und kamen sichtlich begeistert zurück ins Hotel MOA.

Freitag 24. August

Am Morgen machten wir uns mit einigen Freunden zu Fuß auf den Weg um die "Classic Remise" - ein Museum für Oldtimer-Fahrzeuge zu besuchen. Man, da standen Automobile von uralt bis neu und nur vom feinsten. Die Remise ist kein Museum im herkömmlichen Sinn, sondern ein Hotel für edle Autos von stinkreichen Besitzern. Dort sind Autos im Wert von mehreren Millionen Euro zu bestaunen und man kann sich fast nicht sattsehen, aber wir hatten ja heute noch andere Aktivitäten auf dem Plan!!!

Mittags ging es mit Bus und Hänger zur "Straße des 17. Juni"; dort dann die Räder ausgepacken und Fahrt zum Reichstag. Viele Besucher drängten sich auf dem Vorplatz und wir erregten viel Aufsehen mit unserem Quintuplet, sowie den Hoch- und Niederrädern.

Mit dem Quintuplet und Hochrädern vor dem Brandenburger Tor.

Dann Führung durch das Reichstagsgebäude bis hoch zur Kuppel und Empfang beim Bundestagsabgeordneten Hr. Gerold Reichenbach aus Groß Gerau. Herr Reichenbacher ließ es sich nicht nehmen auch eine Runde auf dem 5er zu drehen und danach ein Fototermin mit uns allen.

Die Radler des RV Opel 1888 vor dem Reichstaggebäude mit dem Bundestagsabgeordneten Herrn Gerold Reichenbach aus Groß Gerau.

Dann die 1. Currywurst hinterm Bundestag (na ja ich habe schon bessere gegessen) und die so ersehnte Fahrt durch's Brandenburger Tor. Hier war die Hölle los - tausende von Besucher flanierten auf dem Platz und wir mitten drin!

Ich hatte mein Z.R.3 dabei, das laut dem Besitzer 1936 zur Olympiade schon mal in Berlin war. Ein denkwürdiger Augenblick für mich.

Am Abend Fahrt zu einer urtypischen Berliner Kneipe mit tollem Ambiente und singender Wirtin. Das Essen war toll und die Stimmung super.

Samstag 25. August

Mittags - Aufbruch mit den Rädern und Radeln durch die Stadt zum Kurfürstendamm. Heidi Hetzer - die Besitzerin des ältesten Opel-Hauses in Berlin, hatte uns zu eine Benefizveranstaltung des Lions-Club eingeladen. Wir sollten wohl etwas Werbung für diese Aktion machen und Spender anlocken....

Das Trikot zur Etappenfahrt nach Berlin 2012.

An einer Einkaufspassage, Nähe des Kranzler-Ecks hatte man einige alte edle Autos aufgereiht. Nach einer Spende konnte man damit eine Mitfahrt buchen. Wir waren gerade angekommen, da kam Frau Hetzer mit ihrem uralten Hispano-Caprio aus den 20ern angebraust und begrüßte uns begeistert. Danach ging es in ihrem Schlepptau, den KurfürstendammKurfürstendamm rauf und runter und sorgten wieder für viel Aufmerksamkeit. Natürlich war es für Frau Hetzer - dieser jung gebliebenen, alten Dame - eine Selbstverständlichkeit noch eine Runde auf dem Quintuplet und einem Hochrad zu drehen!!! Wir waren sprachlos!

Heidi Hetzer mit über 70 auf dem Hochrad, assistiert von unserem Hochrad Trainer Klaus Flunkert.

Na ja so haben wir dann den ganzen Nachmittag hier verbracht - war mit der Zeit etwas langweilig. Später gab's dann noch ein Interview auf einer Bühne, wo uns ein Moderator dem Publikum vorstellte, etwas über unsere Aktion und 150 Jahre Opel zum Besten gab. Es war ein anstrengender Tag, doch ein Highlight kam noch!! Am Abend hatte uns Frau Hetzer zu einem besonderen Spektakel eingeladen. Eine WASSER-Show namens Aquanario (zu horrenden Preisen übrigens!) Riesige Wasserfontänen, angestrahlt durch verschieden farbiges Licht, Laserblitzen mit Sphärenmusik untermalt, ergaben ganz tolle Effekte. Es war wirklich beeindrucken und ein schönes Erlebnis für alle Sinne.

Sonntag, 26. August

Na ja und am Sonntag war dann alles vorbei, es ging wieder nach Hause. Auf dem langen Nach Hause Weg ließ ich noch mal die Ereignisse Review passieren und kam zu dem Schluss - Berlin war wirklich eine Reise wert!

Alfred Preuhsler
Fachwart Historische Fahrräder

Juli/August 2012

RV Opel 1888 - Etappenfahrt nach Berlin, Vorbereitung des Quintuplet

Text: A. Preuhsler, Bilder: A. Preuhsler, M. Kühnel

Schon Ende 2011 wurde von den RTF'lern der Entschluss gefasst anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Firma Opel eine Etappenfahrt nach Berlin zu machen.

Termin: 18. bis 26. August 2012

Erste Kontakte zu Frau Hetzer, Besitzerin des größten Opel-Hauses in Berlin, wurden geknüpft und über mögliche Aktivitäten vor Ort nachgedacht. Dabei entstand in den Reihen der historischen Abteilung die Idee sich auch in irgendeiner Art zu beteiligen. Hans Cander, unser "Eventmanager" machte den Vorschlag, wir könnten mit unseren historischen Rädern in einem großen Bus hinterher fahren und dann in Berlin gemeinsam mit den RTF'lern auftreten.

Einmal mit unseren alten Opel-Rädern durchs Brandenburger Tor - das wäre schon was!!

Aber wie passen da die RV Opel-Rennradfahrer mit ihren Hightech-Rädern dazu?

Da kam unserem Vorsitzenden Gerd Rothengatter die Idee, man könnte doch das Quintuplet der Opelbrüder mitnehmen und die RTF'ler damit fahren lassen....

Die Opelbrüder mit dem Quintuplet um 1890

Die Opelbrüder mit dem Quintuplet um 1890

Der RV Opel hatte schon mal dieses interessante Rad fahren dürfen und zwar 1988 zum 100. Geburtstag des RV Opel dessen Mitbegründer keine geringeren als Adam Opels Söhne Carl und Wilhelm waren.

Das Quintuplet (links) bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehens des RV Opel

"Quintuplet" (die Bezeichnung für ein 5-fach Sitzer–Rad, das als Steherrad für Hochgeschwindigkeitswettbewerbe Verwendung fand)

Also wurde ich beauftragt Kontakt mit Opel auf zu nehmen, um zu erfragen ob so etwas machbar wäre. Denn das alte 5er Rad steht schon seit ewigen Zeiten im Opel Museum und war seit diesem Jubiläum nicht mehr bewegt worden und musste sicher erst mal gewartet werden.

Herr Scholz, Adam Opel AG - Leiter des Bereichs "Opel Classic" - war von der Idee recht angetan und hat uns seine volle Unterstützung zugesagt.

Am 24. Juli 2012 war es dann so weit. Ein Transporter brachte das seltene Rad nach Trebur-Astheim zur Werkstatt unseres Vereinsmitgliedes Hans Cander.

Da steht das Ungetüm in der Werkstatt.

Technische Daten:

  • Länge 4,5 Meter,
  • Gewicht ca. 62 kg,
  • keine Bremse am Vorderrad!
  • kein Rücktritt!
  • kein Freilauf!!! d.h. die Pedale drehen immer mit dem Hinterrad mit.

Erkenntnisse:

  • Systemgewicht mit 5 Radlern ca. 450 kg
  • Bremsanlage? ...gibt es nicht!!
  • damit Verzögerung ...nur durch Gegenhalten der Pedale durch alle 5 Radler

5-Triebling - ein optischer Leckerbissen

Am 25. Juli erste Vorstellung des Quintuplet, Wartung der Vorder- und Hinterradlagerung durch Udo und Michael Kühnel und der RTF-Truppe mit anschließendem Grillen ...

... das haben wir uns zwischendurch schon mal verdient.

1. Fahrversuche

natürlich mit unserem 1. Vorsitzenden Gerd Rothengatter als Führungsmann.

Am 1. August zweites Training durch die engen, aber einsamen Seitenstraßen von Trebur-Astheim und weiteren Service–Arbeiten. Nun hatte auch ich die Gelegenheit einmal mit diesem Ungetüm zu fahren.

1. Erkenntnisse :

  • Besser es fährt einer voraus und warnt uns rechtzeitig
  • Um eine Kurve zu fahren bedeutet, wie bei einem Riesen LKW weit auszuholen
  • Auf- und Absteigen will gelernt sein !!
  • Front und Heckmann steigen als erstes auf und stützen die Kiste! Alle Mann dazwischen steigen nun ebenfalls mit beiden Füssen auf die Pedale.

Die Technik des Aufsteigens.

Dann mit Kommando "START" wird das Fahrzeug aufgerichtet und alle treten in die Pedale was das Zeug hergibt!

Und schon fährt die Kiste - wenn auch etwas wackelig !!

etwas wackelig - aber es rollt!!

Ständig versucht man zu lenken und kann nicht.

Die Lenker sind ja alle am Rahmen fest verschraubt !!

Aber mit der Zeit wird das Gefühl auf dem Rad immer besser und plötzlich macht es sogar richtig Spaß zu fahren. Der nächste spannende Moment ist dann wieder das Absteigen...

  • Ausrollen lassen,
  • dagegen stemmen und
  • wenn dann das Rad fast steht,
  • alle 5 möglichst gleichzeitig ein Bein auf die Erde

...das war`s

wer gut schmiert, fährt gut ...

Einen wichtigen Punkt haben wir noch nicht endgültig gelöst - wie werden wir das Rad transportieren?? Hans hat schon einen Riesen Anhänger organisiert und in dem sollen das Quintuplet und die anderen Räder der Berlinfahrer untergebracht werden....

Ich werde weiter berichten !!

Alfred Preuhsler
Fachwart Historische Fahrräder

April 2012

Frühjahrsausfahrt der historischen Radler des RV Opel 1888

[APr]

Beginn der Sommerzeit – sollte ein gutes Zeichen sein und war es.

Die Sonne meinte es wirklich gut mit uns!!

Treffpunkt wie immer am ehemaligen Opel-Bad in Rüsselsheim. Die Räder werden flott aus den Autos gepackt und zusammengebaut. Gerd führt seine neueste Errungenschaft vor – ein Opel mit besonderer hypermoderner Lampenverkleidung.

Und die Kühnels bieten die zweite Überraschung – ein Tandem mit Picknick – Korb!!

Die Fahrt geht über den Main und dann am Fluss entlang bis Mainz–Kastel. Dort eine kurze Rast an der Reduit mit herrlichem Blick auf Mainz.

Über die Theodor-Heuss-Brücke und auf der Mainzer Seite geht's bis Laubenheim.

Hier queren wir den Rhein und fahren auf dem Damm unserem Ziel die Ausflugswirtschaft "Heurigen" entgegen.

Reichlich Hunger haben wir alle und werden gut bewirtet. Die Stimmung ist toll, die Sonne meint es immer noch gut mit uns und wir genießen die rustikale Umgebung.

Frisch gestärkt geht’s nun Richtung Königstädten. Nach einigen Kilometern erreichen wir die nächste Attraktion, die ehemalige Opel–Rennbahn, gebaut 1919/1920.

Aufgrund ihrer Auslegung als Ovalkurs, einer Streckenbreite von zwölf Metern und den hohen Steilwandkurven galt sie in den 1920er Jahren als die schnellste Rennstrecke Europas. Durchschnittsgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h waren möglich.

Die Opel Rennbahn wurde für öffentliche Fahrrad-, Motorrad- und Autorennen genutzt und lockte in Spitzenzeiten bis zu 50.000 Besucher an. Die Opel-RennbahnUnter anderen starteten hier Jimmie Simpson, Guido Mentasti und Hermann Lang. Sie war zugleich Teststrecke der Adam Opel AG, die dort immer wieder Neuentwicklungen erprobte, unter anderem den Raketenwagen Opel RAK1. Aufgrund der technischen Entwicklung im Automobilsport sowie den Eröffnungen des Nürburgrings und des Hockenheimrings wurden auf der Rennbahn allerdings ab 1930 immer weniger Rennsport-Veranstaltungen ausgetragen. [Quelle ::wikipedia]

Leider ist alles unter einer dichten Vegetation verschwunden und es braucht etwas Phantasie um sich diesen grandiosen Kurs noch vorstellen zu können...

Nach diesem geschichtsträchtigen Zwischenstopp ging's dann wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Es war, wie ich meine, ein gelungener Einstieg ins Radjahr 2012.

Alfred Preuhsler
Fachwart historische Fahrräder

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